Welche Kalibrierung ist die Richtige?

Wenn Sie Messgeräte regelmäßig kalibrieren lassen müssen, ist die Entscheidung zu treffen, welche Art von Kalibrierung durchgeführt werden soll. Sie haben grundsätzlich die Wahl zwischen einer ISO- oder DAkkS-Kalibrierung. Diese beiden Arten der Kalibrierung werden am häufigsten genutzt. Doch worin unterscheiden sie sich eigentlich?

Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die ISO- der DAkkS-Kalibrierung vorzuziehen, da sie in der Regel günstiger ist. Doch manchmal erfordern bestimmte Auflagen zwingend eine DAkkS-Kalibrierung. Zum Beispiel wenn es um die internationale Anerkennung der Kalibrierscheine geht oder wenn Messtechnik kalibriert werden soll, die als Normale zur Überwachung weiterer Mess- und Prüfmittel dient.

Was genau ist eine DAkkS-Kalibrierung?

Von der DAkkS offiziell akkreditierte Prüfstellen arbeiten nach der DIN EN ISO/IEC 17025, diese definiert alle Anforderungen an die entsprechende Prüfstelle und deren Systeme zur Qualitätsüberwachung.

Wenn eine Prüfstelle alle geforderten Kriterien zur DAkkS-Kalibrierung erfüllt und eine gültige Akkreditierung besitzt, darf sie zertifizierte Kalibrierscheine ausstellen. Diese Nachweise sind international anerkannt und gültig.

Für die Sicherung der hohen Qualität wird jedes akkreditierte Labor in regelmäßigen Abständen neu akkreditiert und von externen Prüfern begutachtet. Dieses aufwendige Verfahren schlägt sich auch in den hohen Kosten für eine DAkkS-Kalibrierung nieder.

  • Die DAkkS begutachtet und akkreditiert die Prüfstelle in regelmäßigen Abständen. So wird ein hohes Maß an Qualität sichergestellt.

    Klar definierte Umgebungsbedingungen und Messverfahren, qualifiziertes Personal und Messwerte, die auf die Normale rückgeführt werden können, tragen ebenfalls zu diesem guten Qualitätsstandard bei.

    Ein weiterer Vorteil der akkreditierten Kalibrierung ist die weltweite Akzeptanz der DAkkS-Kalibrierscheine. Die europäischen und internationalen Regulierungseinrichtungen haben zur gegenseitigen Anerkennung ein multilaterales Abkommen geschlossen.  

  • ISO-Kalibrierungen bieten Hersteller, wie der Dräger Herstellerservice, oder nicht akkreditierte Prüfstellen an. Dazu werden Messmittel eingesetzt, deren Überwachung nach DIN EN ISO 9001 erfolgt. Eine externe Prüfung der technischen und fachlichen Befähigung, wie bei akkreditierten Prüfstellen, ist nicht erforderlich.

    Werkskalibrierscheine müssen inhaltlich mit der Kalibrierstelle abgestimmt sein. Wenn kein anerkanntes Messverfahren verwendet wird, muss die Rückführbarkeit der Messergebnisse im Kalibrierschein festgehalten werden. Normalerweise werden die gleichen Kriterien wie für eine akkreditierte Kalibrierung erfüllt.

    Die ISO-Kalibrierung kommt vor allem dann in Frage, wenn eine DAkkS-Kalibrierung aus Kostengründen unattraktiv ist, oder für die Messgröße keine DAkkS-Kalibrierung angeboten wird.

  • Grundsätzlich gilt für beide Verfahren, dass sie sorgfältig und umfangreich dokumentiert werden. Maßgeblich für die Durchführung und Optimierung der ISO-Kalibrierung ist die DIN EN ISO 9001. Die DAkkS-Kalibrierung wird regelmäßig von der Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH geprüft.

    Beide Verfahren müssen rückführbar sein. Das heißt: vom geprüften Gerät bis zum nationalen Normal der Messgröße, muss die Kalibrierkette nachvollziehbar sein und dokumentiert werden.

    Der hauptsächliche Unterschied liegt in der Anerkennung der jeweiligen Kalibrierscheine. Aufgrund hoher Standards und internationaler Abkommen ist ein DAkkS-Kalibrierschein weltweit anerkannt. Außerdem enthält er eine Formel, die eine Bestimmung der Messunsicherheit ermöglicht. Damit kann der Nutzer des Messgerätes die ermittelten Messwerte korrekt bewerten.

    Neben dem „Kalibrieren“ gibt es noch weitere Begrifflichkeiten. Es ist sinnvoll, die genauen Unterschiede zu kennen.

Was ist der Unterschied zwischen Kalibrieren und Justieren?

Beim Kalibrieren eines Messgeräts stellt der Prüfer Abweichungen von definierten Werten fest. Ist dies der Fall, muss das Gerät neu eingestellt werden. Man spricht vom Justieren.

Das ist die Bezeichnung für einen Prozess, bei dem das Messgerät auf einen korrekten Ausgangswert eingerichtet wird, bis sich die Werte wieder im Toleranzbereich befinden. Das heißt: Hier wird in das Messsystem eingegriffen, um Ungenauigkeiten zu bereinigen.

Was ist der Unterschied zwischen Kalibrieren und Eichen?

Das Eichen ist im Gegensatz zum Kalibrieren und Justieren ein wesentlich aufwendigerer Prozess. Dieser wird nur in speziellen Fällen durchgeführt und ist in der Regel vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Entsprechende Geräte dürfen somit nur zum Einsatz kommen, wenn ein Landeseichamt oder eine andere, staatlich anerkannte Einrichtung vorher eine Eichung durchgeführt hat. In der Regel werden diese von der Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH überprüft.

Was ist die DAkkS?

Sie ist noch jung, aber schon jetzt eine feste Institution in der deutschen Industrie- und Wirtschaftslandschaft. Die DAkkS – die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH. In Deutschland übernimmt sie vertretungsweise für den Staat alle Akkreditierungen für Inspektions- und Zertifizierungsstellen. Diese wichtige Einrichtung entscheidet darüber, wer weiter prüfen darf und wer nicht. Sie führt also die Prüfung der Prüfer durch.

  • Dafür stellt die DAkkS zeitlich befristete Bescheinigungen aus, die sogenannten Akkreditierungen. Sie sind ein wichtiger Nachweis für Prüfstellen. Alle Prüfungen, die von akkreditierten Prüfstellen absolviert werden, entsprechen den wichtigsten industriellen Standards und DIN Normen.

  • Ob Akkreditierung oder Zertifizierung – an erster Stelle steht für Kunden normalerweise die einwandfreie Funktion ihrer Geräte.

    Trotzdem werden Sie im Zusammenhang mit der Überprüfung und Wartung Ihrer Geräte immer wieder auf beide Fachausdrücke stoßen. Mit einer klaren Definition bleiben keine Fragen mehr offen.

    Akkreditierung
    Eine Prüfstelle muss sich akkreditieren lassen, um nachweisen zu können, dass sie den offiziellen Branchenstandards entspricht und alle relevanten gesetzlichen Vorgaben erfüllt. In Deutschland kann nur die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH eine solche Akkreditierung vornehmen.

     

    Zertifizierung
    Eine Prüfstelle, wie der Dräger Herstellerservice, prüft und kalibriert gegebenenfalls die Geräte seiner Kunden. Nach dieser vollumfänglichen Prüfung darf die Prüfstelle das Gerät zertifizieren – also offiziell bescheinigen, dass das Produkt einwandfrei arbeitet.

  • Die DAkkS bietet ein breites Spektrum an Akkreditierungsleistungen. Dazu gehört vor allem die Akkreditierung von Laboren, Inspektions- oder Prüfstellen. Sie ist übrigens auch für die Akkreditierung von TÜV und DEKRA zuständig.

    Bevor sich ein Unternehmen als akkreditierte Prüfstelle bezeichnen darf, durchläuft es einen aufwändigen Prozess. Die DAkkS prüft die „Bewerber“ auf Herz und Nieren. Erst wenn dieser Prozess erfolgreich abgeschlossen wurde, wird eine Prüfstelle offiziell akkreditiert