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Prüfgase für Gaswarngeräte

Alles wichtige - auf einem Blick

Prüfgase alles Wichtige – auf einen Blick

Bei der Feuerwehr, in der Industrie oder im lokalen Handwerksbetrieb – Gaswarngeräte kommen mittlerweile in vielen Branchen zum Einsatz. Die Anwendungen mögen zwar vielfältig sein, doch eines gilt für alle Geräte: damit sie einwandfrei funktionieren, sollten sie regelmäßig überprüft und gewartet werden. Die Kalibrierung und Justierung spielt dabei eine zentrale Rolle. Nur ein richtig kalibriertes Gasmessgerät kann korrekte Messergebnisse liefern. Für diese wichtigen Abgleich des Messgerätes müssen Sie spezielle Prüfgase verwenden. Doch was ist ein Prüfgas eigentlich genau? Welche Anforderungen gelten dafür? Wo erhalten Sie das für Ihre Anwendung geeignete Gemisch? Und was müssen Sie beim Umgang damit beachten?

Besondere Anforderungen bei der Herstellung

Prüfgase stellen eine Untergruppe der Gasgemische dar. Charakteristisch für sie ist, dass hohe Anforderungen an ihre Herstelltoleranz, Analyse-genauigkeit und an die Reinheit ihrer Ausgangsprodukte gestellt werden.

Wenn Sie einen Blick in die VDI-Richtlinie 3490 B1 werfen, ist dort der Begriff Prüfgas klar definiert:
„Ein meist verdichtetes Gasgemisch, das in der Regel aus einem Grundgas und aus einer oder mehreren Beimengungen besteht.“

Wo können Sie Prüfgase kaufen?

Es bietet sich an, Einzelgase oder Gasmischungen direkt beim Hersteller Ihrer Geräte zu beziehen. Dort erhalten Sie die gewünschten Prüfgase und entsprechendes Zubehör in gleichbleibender und verlässlicher Qualität. Jeder Gaszylinder wird mit einem Analysezertifikat ausgeliefert, das die wichtigsten Informationen enthält.

Ihre Vorteile bei Bezug über den Hersteller

Die Kalibriergase von Dräger sind zum Beispiel speziell auf die Anforderungen der Dräger Gasmessgeräte und Sensoren abgestimmt. So erkennt die Dräger X-dock anhand der Sachnummer das verwendete Gas. Das spart Ihnen wertvolle Zeit bei der Eingabe der verschiedenen Stoffe.

  • Abgestimmte Druckminderer: Alle Dräger Druckminderer sind auf den für Dräger Geräte optimalen Flow eingestellt. Zudem bietet Dräger verschiedene Druckminderer auch für reaktive Gase wie Ammoniak oder Chlor an.

  • Recyclingfähige Zylinder: Sie erhalten die Gase in kleinen, leichten und recyclingfähigen Einweg-Zylindern angeliefert. So können Sie Kalibrierungen und Funktionstests ganz einfach in der Werkstatt oder vor Ort durchführen.

Sie wissen genau welches Prüfgas Sie benötigen, oder haben noch Fragen dazu? Dann wenden Sie sich jetzt an den Dräger Herstellerservice. Dort hilft man Ihnen gerne weiter, oder Sie bestellen einfach und schnell Ihre benötigten Prüfgase online.

Grundlegende Begriffe, schnell erklärt

Die Definition des VDI enthält grundlegende Begriffe, die im Umgang mit Prüfgasen wichtig für Sie sind.

  • Träger- oder Grundgas: Dieses Gas macht den Hauptbestandteil des Gemisches aus. In der Regel wird dafür Stickstoff N2 oder synthetische Luft verwendet.

  • Komponenten: Die Gasbestandteile Co, O2 N2, etc. gelten als die Komponenten eines Gemischs. Genauere Informationen dazu finden Sie auch auf dem Analysezertifikat des Herstellers.

Stoffmengenanteile und Konzentrationsangaben: Neben der Art des Grundgases und der Beimengung ist für die vollständige Beschreibung eines Prüfgases auch die genaue Angabe zu Stoffmengenanteil und Konzentration von Bedeutung.

  • Stoffmengenanteil: Bezeichnet das Verhältnis der Stoffmenge der Beimengung zur Summe der Stoffmengen aller Bestandteile des Prüfgases. Da der Stoffmengenanteil unabhängig von Druck und Temperatur ist, eignet er sich besonders gut zur Angabe. Folgende Einheiten werden normalerweise verwendet: ppm (parts per million/Teile von 1 000 000) oder % (Teile von 100). Umrechnung: 1% = 10 000 ppm.

  • Konzentrationsangaben: Die Konzentration einer Beimengung bezeichnet das Verhältnis der Quantität dieser Beimengung zum Volumen der Mischphase.

Genauigkeitsklassen von Prüfgasen

Sie können Prüfgase in verschiedenen Genauigkeitsklassen beziehen. Die Präzision, die bei der Herstellung erreicht wird, ist abhängig von der Art und dem Gehalt Ihrer gewünschten Komponente.

Für Gasmessgeräte benötigen Sie in der Regel Prüfgas mit einer Analysetoleranz von +/- 2 %. Achten Sie auf die Rückverfolgbarkeit, das heißt verwenden Sie ausschließlich Prüfgase mit Herstellerzertifikat.

Das Analysezertifikat des Herstellers richtig lesen

Das Analysezertifikat des Herstellers enthält viele Informationen, die für eine erfolgreiche Kalibrierung Ihrer verwendeten Geräte notwendig sind. Zu den wichtigsten Angaben gehören:

  • Herstelltoleranz
    Zeigt Ihnen die maximal zulässige Abweichung einer Komponente (Ist-Wert) vom Soll-Wert, bei der Herstellung des Gasgemischs.

  • Analysentoleranz
    Bei der Herstellung des Gasgemisches wird seine genaue Zusammensetzung mit rückführbaren Analysemethoden bestimmt. Die Analysentoleranz bezeichnet dabei die maximale Abweichung des auf dem Zertifikat ausgewiesenen Messwertes vom wahren Wert einer Komponente.


  • Verwendungsdauer und Stabilität
    „Mindestens haltbar bis…“ auch für Gasgemische gibt es ein Verfallsdatum. Je nach Art und Zusammensetzung sind sie zeitlich nicht unbegrenzt lager- und verwendbar. Bei Standardgasgemischen ist eine Haltbarkeit von ca. zwei Jahren üblich, das genaue Datum finden Sie auf dem Analysezertifikat.

  • Fülldruck und minimaler Verwendungsdruck
    Der Fülldruck definiert den Flaschendruck einer neuen Gasflasche bei Bezugstemperatur. Achten Sie darauf, bei Benutzung des Prüfgases den minimalen Verwendungsdruck nicht zu unterschreiten. Sonst sind stabile Konzentrationsverhältnisse nicht mehr gewährleistet.

  • Ideale Lagertemperatur
    Auch ein Prüfgas hat seine „Wohlfühltemperatur“. Wo diese genau liegt, entnehmen Sie dem Analysezertifikat. So vermeiden Sie Veränderungen des Gasgemischs über die Zeit und Adsorptionseffekte. Darunter versteht man die Anlagerung der Atome oder Moleküle des Gases an eine feste Oberfläche.

Besser Mehrfach- oder Einfachgase?

Ein Einzelgas ist ein Gasgemisch, das einem Trägergas (Restgas) und dem gemischten Stoff besteht. Mehrfachgase hingegen enthalten mehr als eine der gewünschten Komponenten. Beachten Sie aber, dass nicht alle Kombinationen möglich sind.

Normalerweise sind Mehrfachgase teurer und können nicht so lange verwendet werden wie Einzelgase. Klarer Vorteil von Mehrfachgasen: die Flaschenanzahl reduziert sich und vereinfacht den täglichen Umgang damit. Die meisten Hersteller bieten inzwischen Standardkombinationen an.

Wollen Sie Mehrfachgase verwenden, müssen Sie eventuelle Querempfindlichkeiten von Gassensoren berücksichtigen. Diese können die Eigenschaft haben, sowohl auf das nachzuweisende Zielgas als auch auf andere Gase zu reagieren. In der Regel ist eine Querempfindlichkeit nicht gewünscht.

Je nach Art Ihres Gerätes und den darin verbauten Sensoren benötigen Sie unterschiedliche Gasgemische. Falls Sie sich unsicher sein sollten, wenden Sie sich gerne an den Dräger Herstellerservice.

Darauf müssen Sie achten, wenn Sie mit Prüfgasen umgehen.

Sie verwenden Prüfgase regelmäßig in Ihrem Arbeitsalltag? Dann gilt es, grundlegende Sicherheitsvorkehrungen zu beachten:

  • Verwenden und lagern Sie die Prüfgasflaschen nur in gelüfteten Räumen oder an Orten mit speziell dafür vorgesehenen Abluftanlagen. Sonst besteht akute Vergiftungsgefahr!

  • Überschreiten Sie nicht die Angaben zur maximalen Arbeitskonzentration und den Kurzzeitwert des jeweiligen Prüfgases.

  • Beachten Sie bei explosiven Gasen die Explosionsgrenzen.

  • Beim Transport über größere Strecken mit dem LKW oder Flugzeug müssen Sie weitere, gesonderte Vorschriften berücksichtigen.

Sie möchten noch mehr über die grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen erfahren? Die Regelungen der BG RCI helfen Ihnen dabei:

TRGS 407: „Tätigkeiten mit Gasen - Gefährdungsbeurteilung“

TRBS 3145 / TRGS 725: „Ortsbewegliche Druckgasbehälter – Füllen, Bereithalten, Innerbetriebliche Beförderung, Entleeren“

TRGS 510: Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern